Dass Gärten richtige Zeitmaschinen sein können, die uns in ein anderes Zeitalter kapitulieren, haben wir schon neulich beschrieben, als wir für Euch die schönsten Gärten in Europa angeschaut haben. Gemeint habe ich dabei die großen Gärten, die schon nahezu Kulturdenkmäler sind. Aber eigentlich gilt das auch für andere Gärten: wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, sehe ich die große Himbeerhecke im Garten meiner Großtante, die liebevoll betüddelten Rosen meiner Mutter und mein ganz eigenes kleines Beet, das ich zusammen mit meinem Großvater angelegt habe. Zeitmaschine?! Aber sowas von – auch wenn es die Gärten nur noch in meiner Erinnerung gibt.
Gärten können kleine Oasen sein, Rückzugsorte, die Laube, oder auch eine ganz praktische Sache, um selbst Gemüse und Obst anbauen zu können – vor allem in Städten sind die Parzellen sehr begehrt. Urban Gardening bedeutet aber auch Gemeinschaft.
Auf der anderen Seite, und das weiß jeder, der schon einmal selbst gegärtnert hat, egal ob auf dem Balkon, auf dem Küchenfensterbrett oder auf 1000qm: es ist harte Arbeit, und zwar nicht nur körperlich. Ich, mit meinem Balkon, überlege mir mindestens einmal im Frühjahr, jeden einzelnen Blumenkübel rauszuschmeißen und Kunstrasen zu verlegen. Wie jede Natur weigert sich auch der Garten, immer das zu machen, was wir so wollen. Wie das Leben eben auch. Voller bunter Blumen und leckerer Erdbeeren, aber auch voll von Rückschlägen, angefressener Pflänzchen und verdorrten Stauden.
Und in unserer Juni-Ausgabe ist das auch alles enthalten: schöne Entdeckungen, la dolce vita im Sommer, aber auch die Dinge, die sich unserer Kontrolle entziehen, und manche, die so richtig anstrengend sind. Sich aber lohnen.
Wir starten mit unseren wunderbaren Autorinnen: Susanne zeigt uns, wie man Blumenprints kombiniert, Janne stellt das gehypteste Buch des Jahres vor, Sabine hat für uns Gegensätze in Rezepte verwandelt und Inga schreibt von Blumen im Kopf. Außerdem haben wir natürlich die aktuellen Wechseljahre-News und das Porträt einer wirklich bemerkenswerten Frau dabei, nämlich Ida Dehmel. Ihr könnt Euch schon mal auf einen tollen Städtetrip freuen, das ultimative Sommeroutfit, und generell viel, was den Sommer noch schöner macht.
Und klar, natürlich habe ich auch dieses Jahr nicht die Pflanzen in den Müll geschmissen, die nicht so wollten wie ich. Auch das lehrt ein Garten (oder Balkon): Gelassenheit.
Und die wünschen wir Euch auch im Juni. Viel Spaß mit dem bunten Strauß dieser Ausgabe!

