Beziehungen aller Art

Beziehungen haben wir zu vielem: zu Kleidungsstücken, die wir nicht loslassen wollen, zu Orten, die uns prägen, zu Produkten, die uns treu begleiten – und natürlich zu uns selbst. Doch am tiefsten formen uns die Beziehungen zu anderen Menschen: als Töchter, Partnerinnen, Freundinnen, Kolleginnen. Sie sind essenziell. In einer Zeit, in der KI Freundschaften, Therapien und sogar Kunst ersetzen soll, fragen wir: Brauchen wir nicht gerade die Reibung, den echten Austausch, die Überraschungen, die nur Menschen bieten? Genau diese lebendige Gemeinschaft feiern wir in dieser Ausgabe – mit Geheimnissen langjähriger Beziehungen, Lieblingsrezepten, Beauty-Tipps und der Frage, was uns an Orten und Dingen so verbindet. Ein Hoch auf das Unperfekte, das Echte!

Beziehungen aller Art? Was für Beziehungen denn nun? Wer sich schon mal von einem viel getragenen Lieblingsstück im Kleiderschrank verabschieden musste, wer schon mal umgezogen ist und entweder einen geliebten Ort verlassen musste oder sich gar in einen komplett neuen Ort verliebt hat, wer schon einmal geflucht hat, weil eine Firma ein Produkt eingestellt hat, das man seit zig Jahren benutzt – der weiß, Beziehungen hat man zu allen möglichen Dingen. Und ganz abseits von den Beziehungen zu Menschen, die das eigene Leben prägen, die Beziehung zu sich selbst. Alle diese Beziehungen werden wir in diesem Monat auch beleuchten.

Aber wieso sind genau diese Beziehungen, die zu anderen Menschen, so wichtig und es wert, genau angeschaut zu werden? Jede einzelne von uns existiert in Beziehung zu anderen Menschen: wir sind Töchter, Partnerinnen, Mütter, Großmütter, Freundinnen, Kolleginnen und vieles mehr. Diese Beziehungen haben uns geformt. Menschen sind soziale Wesen und Einsamkeit, wissen wir, kann durchaus krank machen. 

Aber was für ein reduktionistischer Blick ist das denn? Einer, der irgendwie typisch ist für unsere KI-geprägte Zeit, in der Menschen – so denkt man! – immer mehr ersetzt werden können. Und einer der Anfänge dafür ist hier in diesem Satz: Freundschaften helfen uns unsere Gesundheit zu fördern. Sex ist gut für das Immunsystem. Zeit in der Natur ist gut für unsere Psyche. Treibt man diesen Gedanken auf die Spitze suchen wir uns Freundschaften, damit wir gesund bleiben, haben Sex, weil es das Immunsystem boostet und so weiter.

Aber die Frage ist doch: Gesundheit hin oder her, will ich meine Freundschaften (und mein Sexleben) nicht pflegen, weil es wunderbar ist, Zeit mit geliebten Menschen zu verbringen? Oder weil es meiner eigenen Gesundheit dient? Wir fragen uns immer mehr, warum jedes Hobby, jede Beziehung, selbst Kunst! einen Benefit haben muss außerhalb von ‚macht Spaß‘ oder ‚es ist Kunst‘. 

Und das scheint uns sehr in unsere Zeit zu passen. KI kann schließlich auch Freundinnen und Therapeutinnen ersetzten. Menschen verlieben sich in KIs. KI kann auch Kunst schaffen oder so sagen es zumindest immer mehr Menschen. Und wir fragen uns, warum Menschen immer mehr andere Menschen aus ihrem Leben streichen, zugunsten von Kommunikation mit einer Maschine. Reibungslos? Sicher. 

Aber vielleicht brauchen wir einfach ein bisschen Reibung, ein bisschen Gegenwind, ein bisschen Überraschung, den nur andere Menschen in unser Leben bringen können. Ein Hoch darauf! 

Und genau diese Gemeinschaft wollen wir in dieser Ausgabe mit Euch feiern. Dazu gibt es zum Beispiel die Geheimnisse langjähriger Beziehungen, wie Freundschaften unser Leben bereichern, Sabine teilt ihre Lieblingsrezepte und Susanne ihre Lieblingsstücke im Kleiderschrank. Und außerdem haben wir natürlich noch die aktuellsten Wechseljahre-News im Gepäck, und die Frage, was man eigentlich von seiner Hautpflege will. Im Laufe des Monats gibt es noch spannende Artikel zu unseren Beauty-Langzeitbeziehungen und der Frage, welche Beziehung man zu einem Ort entwickeln kann – und vieles mehr!