Die Assistentin von Caroline Wahl

Wer „Der Teufel trägt Prada“ nicht nur gesehen, sondern auch gelesen hat, fühlt sich in fataler Weise an Miranda Priestley erinnert, als die junge Frau eine begehrte Assistentenstelle bei dem Leiter eines renommierten Verlages antritt.
Der Münchner Verleger Ugo Maise zieht zwar nicht so unnachahmlich die Augenbraue hoch und wirft nicht mit Taschen und Mängeln. Er teilt seinen Assistentinnen und Mitarbeiterinnen Obst- und Gemüse-Emojis zu. Sie werden bombardiert mit Arbeitsaufträgen, deren Sinn mehr erfühlt, als gelesen werden muss (das hat er mit Miranda Priestley gemeinsam, Fragen ist verpönt!). Jedes Betreten seines Büros, jedes Telefonat kann den Absturz bedeuten: Klebriges Lob oder ein Ausbruch, der das Gegenüber zerstören möchte. Es gibt eine Art Bibel für die, die den Verleger zu bedienen haben. Darin steht, dass er seine Nudelsuppe bitte unbedingt ohne Nudeln serviert bekommen muss und auf keinen Fall mit einem biegsamen Löffel – und das ist der eher lustige Teil.
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