2026. Den Start in das neue Jahr verbinden wir überwiegend mit Hoffnungen, Wünschen und Vorhaben, was alles anders, wenn nicht besser werden soll. Einige haben ganze Listen, die Überschriften tragen, die lauten: „Was ich ausprobieren möchte“, „Was ich weglassen will“, „Was ich neu anfangen möchte.“
Neujahrswünsche geraten über das Jahr in Vergessenheit. Und am Ende fragen wir uns, „Warum habe ich das eigentlich nicht gemacht? Was hat mich gehindert?“ Es gab mal eine Zeit, in der ich mir einfach keine Vorsätze mehr genommen habe. „Jetzt hast du Ruhe“, dachte ich. Doch Pustekuchen – Wünsche und Sehnsüchte hören ja nicht auf zu existieren, wenn man sie ignoriert. Sie existieren in unserem Innersten weiter und klopfen irgendwann umso lauter an.
Versuchen wir diese zu ignorieren, schränken wir auch unsere Möglichkeiten ein, entscheidende Schritte zu gehen, um unsere Vorhaben und Wünsche zu realisieren – unsere Chancen, was möglich sein kann, zu nutzen.
Der Chance entgegenkommen
Chancen haben eine Eigenschaft: Sie klingeln selten an der Tür und fragen höflich, ob sie sich zu uns auf die Couch setzen dürfen. Mir scheint, Chancen trifft man eher unterwegs.
Mein Tipp lautet deshalb: Begib dich aktiv in Situationen, in denen Chance entstehen könnten.
Wie? Zu einer Veranstaltung gehen, auf der du niemanden kennst oder die du dir sonst nicht zutraust. Im Kolleginnen-Kreis beim Lunch ein Gespräch mit einer dir unbekannten Person beginnen oder sich zu jemanden setzen, den du zwar bewunderst, der dir aber auch viel Respekt abnötigt. Endlich das Hobby anfangen, von dem du denkst, dass du viel zu alt bist und schon vor zwanzig Jahren hättest starten sollen.
Schreibst du innerlich gerade an der „Ja, aber“-Liste, was alles dagegenspricht, und was passieren könnte, wenn du sinnbildlich stolperst? Was kann groß schief gehen? Ganz ehrlich.
Ich glaube, dass Chancen nicht die Perfektionistin in uns brauchen, sondern die Mutige, die Offene, die Neugierige lieben. Zur Chancen-Finderin wird, wer sich zeigt. Wer sich in Situationen begibt, in denen etwas passieren könnte. Chancen werden somit zu einer Frage der Haltung: Ich bin neugierig, wer oder was mir begegnet.
Chancen wachsen und reifen

Persönlich habe ich selten erlebt, dass gar nichts entsteht. Mein Credo ist: Es war eine gute Begegnung, ein guter Moment, wenn ich nur einen neuen Denkanstoß, eine kleine Inspiration oder ein Gefühl von Berührtsein mitnehme.
Chancen sind am Anfang oft etwas Kleines, nicht spektakulär sichtbar wie das Neujahrsfeuerwerk. Ich wette Chancen lieben Understatement. Das Großartige ist, dass sie über die Zeit wachsen, wenn wir sie bewegen und reifen lassen. Und bei nächster Gelegenheit kommt vielleicht ein weiterer wichtiger Gedanke und Baustein hinzu.
Den Entschluss, dich aktiv in solche Momente zu begeben, musst du selbst treffen. Mit dem Schritt zu „Ich mach des jetzt mal“, erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, dass genau die Möglichkeiten auftauchen, die dich wirklich weiterbringen. Hast du schon eine Idee, wo die nächste Chance auf dich wartet? Ich wünsche mir jedenfalls, dass viele mit mir in 2026 zur Chancen-Finderin werden.
Inga Land ist überzeugt, dass die Lösungen für viele Herausforderungen in uns selbst liegen. Als Führungskräfte- und Transformations-Coach begleitet sie begeistert Menschen und Teams auf ihrer Weiterentwicklungsreise. Neugierig in die Zukunft zu blicken und positive Bilder und Visionen zu entwickeln, ist ihr ein Herzensthema.

