Louise Penny und die Welt von Three Pines

Eine Krimireihe, die zum Zuhause wird: es gibt Orte in der Literatur, die man besucht. Und es gibt Orte, an denen man bleibt. Three Pines gehört zur zweiten Kategorie.

Von Meike

Das kleine Dorf in Québec, eingebettet zwischen Wäldern, Hügeln und Seen, ist der Schauplatz der mittlerweile 20 Bände umfassenden Reihe von Louise Penny rund um Chief Inspector Armand Gamache. Doch wer diese Bücher liest, merkt schnell: Three Pines ist weit mehr als eine Kulisse für Kriminalfälle. Es ist ein Ort, der lebt – mit Menschen, Eigenheiten, Ritualen und einer Gemeinschaft, die mit jedem Band vertrauter wird.

In den Romanen heißt es mehrfach, dass man diesen Ort nicht zufällig findet – man muss ihn brauchen. Und genau so fühlt sich die Lektüre an: wie ein literarischer Zufluchtsort.

Ein Ermittler, der an das Gute glaubt

Im Mittelpunkt steht Chief Inspector Armand Gamache von der Sûreté du Québec. Er ist eine der ungewöhnlichsten Ermittlerfiguren der Kriminalliteratur.

Gamache ist kein brillanter Einzelgänger, kein gebrochener Alkoholiker und kein Mann, der mit Gewalt seine Autorität beweist. Seine Stärke liegt in etwas viel Leiserem: in seiner Aufmerksamkeit für Menschen. Er hört zu. Er beobachtet. Er glaubt daran, dass selbst hinter den dunkelsten Taten menschliche Geschichten stehen.

Immer wieder erinnert er junge Ermittlerinnen und Ermittler an vier Sätze, die für ihn der Schlüssel zu guter Polizeiarbeit – und vielleicht auch zu einem guten Leben – sind:

Ich weiß es nicht.Ich brauche Hilfe.Es tut mir leid.Ich habe mich geirrt.

Diese Haltung macht Gamache zu einer Figur, der man vertraut. Zu einem Menschen, dessen moralischer Kompass auch dann noch funktioniert, wenn um ihn herum alles ins Wanken gerät.

Das Dorf, das man nie vergisst

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