Oder: „Es gibt kein Verbot für alte Weiber, auf Bäume zu klettern.“ (Astrid Lindgren)
„Spätestens mit 45 wird das Leben echt langweilig. Dann hast du doch schon alles zum ersten Mal gemacht.“ Diesen Satz sagte ich sinngemäß im Teenageralter zu meiner Mutter. Ich weiß noch genau, wie sie mich angeschaut hat – ein Blick, irgendwo zwischen Belustigung, Entsetzen und stillem Kopfschütteln. Um dann, ganz ruhig, mit einer Gegenfrage zu antworten: ‚Hast du den Eindruck, dass ich mich langweile und keine Lust mehr auf Leben, Erleben und das Leben an sich habe?‘
Damals hat es mir fast leidgetan, dass ich meine Gedanken laut ausgesprochen hatte. Meine Mutter aus meiner Sicht als perspektivenlos dastehen zu lassen. Und eine wirkliche Antwort konnte ich ihr auch nicht geben. Wahrscheinlich, weil ich es mir schlicht nicht vorstellen konnte. Für mich war das Leben in jungen Jahren eine Abfolge von „ersten Malen“ – alles war neu, aufregend, voller Möglichkeiten. Und irgendwo hatte ich wohl die absurde Vorstellung, dass dieses Reservoir irgendwann erschöpft sein müsste. Dass es eine Art Grenze gibt, hinter der nichts wirklich Neues mehr wartet.
Heute, viele Jahre später, kann ich darüber nur lachen.
Die „ersten Male“ mit 46
Und ich selbst – wie ging es mir mit 46?
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