Aufgeschrieben aus Erzählungen von Zeitzeuginnen.
Möchte eine Frau von heute in die Zeit von zwei, drei Generationen zurückversetzt werden? Wohl kaum. Oder war es wirklich die gute alte Zeit?
Betrachten wir die Stellung der Frau und ihre Aufgaben in der Zeit ab Anfang des 20ten Jahrhundert:
Früher war üblicherweise allein der Mann für das Einkommen der Familie zuständig, egal ob als Bauer, Handwerker, Angestellter, Händler oder Beamter. Die Frau konnte selten eine Berufsausbildung vorweisen und hatte sich um Mann und Kinder zu kümmern, sowie um Haus und Garten. So oder ähnlich war damals ihr Tagesablauf:
Körperliche Arbeit, von morgens bis abends
Sie stand als Erste auf und begab sich noch im Nachthemd in die Küche, den einzigen Raum, der beheizt wurde. Wenn die Holzscheite im Herd entzündet waren, holte sie am Pumpbrunnen frisches Wasser, setzte den Kessel auf und füllte das Schiffle, das schmale Wasserbecken oben auf der Kochfläche. Nach einer Katzenwäsche richtete sie das Frühstück für die Familie. Die Kinder bekamen Milch, die Kleinen Haferbrei, die Größeren Brot mit Marmelade. Der Kaffee für die Erwachsenen wurde mangels kostspieliger Bohnen aus gerösteten Zichorienwurzeln oder Getreide bereitet.
Wer keine größere Landwirtschaft betrieb, hielt in den ländlichen Gegenden zum Gemüse- und Kräutergarten meisten Geflügel aller Art, Kaninchen oder ein Schwein und versorgte sich weitgehend selbst.
Waren Mann und Kinder aus dem Haus und nur noch die Kleinen daheim, denn es gab weder Krippen, Kitas, noch Vorschule, versorgte die Frau die Tiere. Im Haus ging es ans Spülen mit dem gewärmten Wasser aus dem Schiffle, Federbetten lüften, aufräumen und Wohnung kehren. Statt Staubsauger fegte die Hausfrau mit Besen aus Reißig oder mit einem kostspieligeren aus Rosshaar die Fußböden.
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