Der Notfallordner – will keine und braucht jede

Es gibt Dinge im Leben, die niemand möchte und die dennoch passieren. Beliebtes Szenario bei mir: morgen fährt mich ein Auto um und ich liege wahlweise handlungsunfähig im Krankenhaus oder bin tot. Was passiert dann eigentlich und wie kann ich vorsorgen?

Von Irit Eser

Nach der Trennung von meinem damaligen Mann vor über zehn Jahren habe ich mir zum ersten Mal Gedanken darüber gemacht, was wohl passiert, wenn mir etwas passiert. Meine Töchter waren damals noch Jahre von der Volljährigkeit entfernt (ich schreibe hier mit Absicht nichts von erwachsen…), an der Stelle konnte ich aber sicher sein, dass sich mein Exmann, wie er es immer gemacht hat, liebevoll kümmert. Aber was ist mit meinen Besitztümern? Ich bin nicht reich, aber im Zweifel sollte möglichst viel bei den Beiden ankommen. Und wer kommt im Fall der Fälle eigentlich an meine Konten, wer weiß meine Passwörter und hat generell den Überblick? Das sind Dinge, die nicht nur im Todesfall geklärt sein sollten. Es könnte ja durchaus aus sein, dass man mehrere Wochen im Krankenhaus verbringt und nicht ansprechfähig oder handlungsfähig ist. Da kommt einem gleich die Patientenverfügung in den Sinn.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe mich Anfang 2015 hingesetzt und erstmal Ordnung in die Sache gebracht. Ergebnis war und ist meine Notfallmappe. Dort sind alle wichtigen Informationen hinterlegt und meine mittlerweile nicht nur volljährigen, sondern auch erwachsenen Töchter sollten damit alles geregelt bekommen.

Wie mir kürzlich auffiel, hatte ich aber noch zwei Dinge vergessen, die werden in der nächsten Zeit erledigt. Zum einen das Thema Kontovollmacht über den Tod hinaus, das hat sich beim Tod meiner Mutter als sehr nützlich erwiesen. Funfact: meine Mutter hatte mich im Alter von 7 für ihr Konto bevollmächtigt, die bei der Sparkasse hatten wohl schon länger keine so alte Vollmacht gesehen. Zum anderen braucht eigentlich jede/r über 18 eine Vorsorgevollmacht, auch Kinder. Ich darf als Mutter nämlich nicht „einfach so“ über erwachsene Kinder bestimmen.

Anmerkung: alles weiter unten ist im generischen Femininum aufgeschrieben, selbstverständlich sind hiermit Personen jedweder Identität gemeint.

Aber zurück zur Notfallmappe, hier kommt die Liste:

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