PR-Sample: „Der andere Arthur“ wurde vom C.H.Beck Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
Mit Der Gott des Waldes (Link) und Der andere Arthur (Link) hat Liz Moore zwei Romane geschrieben, die auf den ersten Blick kaum miteinander verwandt scheinen. Der eine weit, vielstimmig, atmosphärisch dicht; der andere intim, körperlich, beinahe schmerzhaft nah. Und doch verbindet sie ein gemeinsamer Kern: das unbestechliche Interesse an dem, was Menschen aus sich machen – und an dem, was sie unterlassen. Moore schreibt über Biografien, die sich nicht erfüllen, über Schuld, die sich leise einnistet, und über Beziehungen, die nicht scheitern, weil etwas Dramatisches geschieht, sondern weil zu lange nichts geschieht.

Der Gott des Waldes entfaltet seine Geschichte langsam, beinahe widerständig. Ausgangspunkt ist das Verschwinden eines Mädchens aus einem abgelegenen Sommerlager – mitten in einem Wald, der weit mehr ist als bloße Kulisse: ein Ort der Verdrängung und Projektion, der trügerischen Sicherheit, aber auch der Bedrohung, ein Raum, in dem sich Erinnerungen verdichten und Schuld unsichtbar fortschreibt. Zugleich wird der Wald zu einem Ort, an dem Privilegien, Verwahrlosung im Überfluss und Machtanspruch unverstellt sichtbar werden.
Die Suche nach dem Mädchen ist kein klassischer Kriminalfall, sondern ein Brennglas. Sie legt familiäre Strukturen offen, soziale Abhängigkeiten, unausgesprochene Loyalitäten und alte Schuld, die nie wirklich vergangen ist. Moore erzählt auf mehreren Zeitebenen und aus wechselnden Perspektiven; Wahrheit entsteht hier nicht durch Enthüllung, sondern durch Überlagerung. Jede Figur trägt ein Fragment bei, jede Erinnerung ist gefärbt, jedes Schweigen bedeutungsvoll.
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