Dorit: Wie bereite ich potenziell lebensverändernde Gespräche vor, bei denen ich weiß, dass die Positionen vermutlich sehr verschieden sein werden? Vielleicht möchte ich mit meinen Eltern oder mit meiner/m Partner/in über eine Patientenverfügungen sprechen. Vielleicht hat man das Thema schon mal in der Vergangenheit angesprochen und es gab kein Ergebnis, oder man hat das Thema immer wieder aufgeschoben.
Inga: Das knifflige an herausfordernden Themen ist, du weißt nie, wie die andere Seite reagieren wird. Das ist nicht nur im privaten, sondern auch im beruflichen Leben so.
Das heißt, man kann sich nur bedingt vorbereiten. Ich habe da eine zehn-Minuten-Vorbereitungsregel. Vor dem Gespräch überlege ich: Was möchte ich? Welche Botschaft möchte ich rüberbringen? Im zweiten Schritt frage ich mich, wie könnten die Gesprächspartnerinnen reagieren? Also spiele ich durch, wie die Reaktion darauf sein könnte. Im dritten Schritt stelle ich mir die Frage: Welche Gefühle könnten hochkommen? Bei mir selbst und bei meinem Gegenüber.
Bei einem Thema wie der Patientenverfügung fällt es unseren Eltern oder unserer/m Partner/in wahrscheinlich schwer, sich mit den Themen Krankheit und Endlichkeit auseinanderzusetzen. Mir als Tochter oder Partnerin geht das genauso – nur aus einer anderen Perspektive, einer anderen Rolle, aus der sich das Thema als Alleinsein oder Verlassenwerden darstellt. Und im vierten Schritt schaue ich mir meine Erwartungen an das Gespräch an. Und versuche mir vorzustellen, was mein/e Gegenüber erwartet. Kennst du das, wenn du im oder meistens nach dem Gespräch feststellst, dass man mit ganz unterschiedlichen Erwartungen im Gespräch saß?
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