Nachdem Du im Hotel ausgecheckt hast, bist du in den Regen hinausgegangen. Aber halt, der Schirm lag noch im Zimmer. Zurück zur Rezeption. Der Angestellte gibt dir eine Schlüsselkarte aus der Schublade im Desk.Im Aufzug fährst du mehrere Etagen hoch, öffnest die Zimmertür, packst den Schirm und wieder hinunter. Der Hotelangestellte ist absorbiert in eine Diskussion mit einem Gast und nimmt keine Notiz von dir.
Du ziehst den Daumen über die Schlüsselkarte. Sie ist weiß – und stark. Ein unbeschriebenes Stück Plastik. Du lächelst unwillkürlich, schiebst sie in deine Jackentasche und verlässt das Hotel in Richtung Kongresszentrum.
Was dich geritten hat, mitten in der Nacht, als du auf dem Weg zum Bahnhof noch einmal an dem Hotelkomplex vorbei gekommen bist, kannst du nicht sagen.Ein Impuls, hineinzugehen, in den Aufzug zu steigen und im obersten Stockwerk mit der Schlüsselkarte die Tür zu öffnen. Ein Zimmer mit braunem Teppichboden, die Minibar stillgelegt, eine lose Fliese im Bad. Nicht mehr als ein Raum zum Schlafen am Ende eines langen Flurs. Du legst Dich ins Bett und verbringst dort den Rest der Nacht, unautorisiert und traumlos.
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