„Willst Du meine Freundin sein?” – Freundschaften im Alter (und der Donnerstagsmordclub)

Mit Freundschaften ist es ein bisschen so wie mit der Mittelmeerdiät. Jeder weiß, dass sie einem gut tut. Aber warum eigentlich? Und wieso soll Einsamkeit genauso ungesund sein wie Zigaretten?

Von Dorit Kobusch-Balk

Je älter man wird, desto schwieriger werden Freundschaften.

Während man mit 6 hingehen und sagen kann: „Du magst auch Ponys? Willst Du meine Freundin sein?” ist das mit 60 deutlich schwieriger. Startet man ins Erwachsenenleben mit einer großen Gruppe von Freundinnen, scheint man sie eher über die Jahre zu verlieren als neue hinzuzugewinnen. Neue Jobs, neue Städte, neue Familiensituationen sind die üblichen Gründe – und dazu kommt, dass die Situationen, in denen man neue Freundinnen gewinnen könnte, eher ab- als zunehmen, denn die soziale Mobilität sinkt im Alter eher. Und schließlich lebt man sich einfach auseinander, Gemeinsamkeiten nehmen ab, nachdem sich Lebensumstände unterschiedlich entwickeln, und die eigenen Prioritäten ändern sich. So mit meiner Freundin Francesca zum Beispiel, mit der ich in Shanghai fast jeden Tag etwas unternommen habe – nach unserer Rückkehr, meiner nach Deutschland, ihrer nach Italien, gab es schlicht keine Gemeinsamkeiten mehr, und der Kontakt schlief ein.

Abo abschließen, um Artikel weiterzulesen

Unser Monatsabo für 7,90€

  • alle Artikel lesen
  • ein Monat Laufzeit, jederzeit kündbar
  • geschützte Community, nicht öffentlich sichtbar

Jetzt abonnieren